Inflation – Risiken und Ursachen

Da wir mit unseren Kunden – in Zusammenhang mit dem Erwerb einer Anlageimmobilie – immer wieder über das Thema Inflation sprechen, führen wir hier eine ausführliche Ausarbeitung zu diesem Thema auf.

Inflation (inflation): Allgemein die Preissteigerungsrate einer Währung. Bei der EZB definiert als das mittelfristige Steigen der Preise nicht über 2 Prozent (“an increase in the HICP of below but close to 2 percent over the medium term”). Damit ist eine messbare Grösse eingeführt; die EZB muss allfällige Überschreitungen genau begründen und aufzeigen, wann und wie sie auf diesen Wert wieder zurückkehrt, den Inflationserwartungen eine deutliche Grenze gesetzt und auch gesagt, dass seitens der EZB eine Deflation nicht hingenommen wird.

Freilich ist dieser Referenzwert kein Ziel, sondern eine Orientierungsgrösse. Siehe Ausrichtung, einzielige, Cost-Push-Inflation, Demand-Pull-Inflation, Demand-Shift-Inflation, Disinflation, Dividende, inflationsabhängige, Erdöl-Inflation, Fristentransformation, Geld, sittliches, Geldeingentumsrecht, Geldinondation, Geldmengen-Fetischismus, Geldnachfrage-Theorie, Geldpolitik, vorausschauende, Geldvertrauen, Goldglöckchen-Wirtschaft, Hypothekengewinnabgabe, Inflations-Ausgleich, Inflationsrisko, Kaufkraft, Kaufkraft-Abfluss, Kerninflation, Menükosten, Mundell-Tobin-Effekt, Nominalwertprinzip, Preisindex der Lebenshaltung, Qualitätsänderungen, Quantitätstheorie, Sparquote, Stagflation, Teuerung, Teuerungsdruck, sektoraler, Valorisationsklage, Warenhorte, Weginflationierung.

Vgl. zur Messung in Euroland Monatsbericht der EZB vom Oktober 1999, S. 39 sowie Jahresbericht 2003 der EZB, S. 16 ff. (grundsätzliche Darlegungen), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2004, S. 63 f. (Prognosen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2005, S. 18 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 28 ff. (Einzelheiten zur Berechnung), Monatsbericht der EZB vom Mai 2008, S. 51 ff. (Aufschlüsselung der Inflation nach Sektoren; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Januar 2009, S. 41 ff. (höhere Inflationsrate bei Dienstleistungen gegenüber Waren erklärt; Übersichten), ), Monatsbericht der EZB vom September 2009, S. 60 ff. (Zusammenhang zwischen Konjunkturphase und Inflation; Übersichten; Literatur), Monatsbericht der EZB vom November 2009, S. 50 ff. (Steuern und Inflation), Monatsbericht der EZB vom Mai 2010, S. 111 ff. (Ursachen eines Inflationsschubs rückschauend aus der Zeit 1965 bis 1985; viele Übersichten und Literaturverweise). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation, galoppierende (galloping inflation): Ein rasches und starkes Ansteigen der Preise (= Verlust des Geldwerts). Für ein Gut im Wert von 1 Denar im Römerreich des Jahres 301 hatte man im Jahr 400 bereits 6 600 000 (kein Schreibfehler!) Denare zu zahlen. Eine galoppierende Inflation beschleunigt sich leicht und führt dann zur Hochinflation, auch Hyperinflation genannt. So kostete der USD 1919 in Deutschland noch 7,25 Mark, im Frühjahr 1923 schon 4,2 Billionen Mark. Anfangs 1923 war der Preis für 1 Liter Milch auf 2 000 Milliarden Mark gestiegen, das Porto für einen Brief kostete mehrere Millionen Mark; über siebzehnhundert Druckereien waren damit beschäftigt, neue Geldscheine für die Reichsbank herzustellen. Siehe Barfrankatur, Behelfsgeldschein, Ersatzmünzen, Geld, sittliches, Hochinflationsland, Kassenschein, Münzsystem, römisches, Notgeld, Talent. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation, gefühlte (feeled inflation rate): Die von (gewissen) Verbrauchern wahrgenommene Geldwertverschlechterung, ohne Rücksicht auf die von der amtlichen Statistik berechnete Preissteigerungsrate. Der Begriff kam mit der Einführung des Euro als Umlaufwährung zum 1. Jänner 2002 (“Teuro”) auf. Die Gefahr einer überschätzten Teuerungsrate liegt darin, dass die Erwartung über das Realeinkommen bei den Privathaushalten unterschätzt wird, was zur Kaufzurückhaltung und zu überzogenen Lohnforderungen und einer Lohn-Preis-Spirale führt. Daher ist die gefühlte Inflationsrate in ihren negativen Auswirkungen einer tatsächlichen Preissteigerung in etwa gleichzusetzen und wird von der EZB genau ins Auge gefasst.

Die gefühlte Inflation lag in Deutschland nach Einführung des EUR als Bargeld mit nahezu zehn Prozent weit über der amtlich gemessenen Rate von etwas über zwei Prozent. Im ersten Halbjahr 2008 lag die offizielle Preissteigerung bei gut drei Prozent; die gefühlte Inflation kletterte auf zwölf Prozent. Als Erklärung für diese starke Abweichung wird die Tatsache genannt, dass Verbraucher bei ihrer Wahrnehmung der Inflation von der Kaufhäufigkeit ausgehen, und nicht (wie im amtlichen Güterkorb) von dem Gewicht des einzelnen Gutes an den Gesamtausgaben; sprich: Menschen nehmen Preissteigerungen umso stärker wahr, je öfter sie das Gut kaufen. Dazu gehören Lebensmittel wie Brot, Butter, Obst und Gemüse sowie Benzin.

Siehe Agrarpolitik, Biotreibstoffe, Güter, kaufhäufige, Inflationserwartungsrate, Inflation Targeting, Preisvergleich, Referenzpreis, Teuro, Preisanpassungen, Rohstoffpreise, Vorschatten-Effekte, Warenhorte, Wohnungsmieten, Zweitrunden-Effekte. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2002, S, 19 f.; Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2002, S. 22 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2004, S. 15 ff., Monatsbericht der EZB vom April 2005, S. 33 ff., Monatsbericht der EZB vom Juli 2005, S. 72 f. (hier auch Gründe für die verzerrte Wahrnehmung der tatsächlichen Preisentwicklung), Monatsbericht der EZB vom Mai 2007, S. 67 ff. (lehrbuchmässige Darstellung; viele Übersichten; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Juni 2007, S. 12 ff. (unterschiedliche Werte für die gefühlte Inflation in den einzelnen Ländern), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2007, S. 56 f. (gemessene Beziehung zwischen der gefühlten und der erwarteten Inflationsrate; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation gestoppte (suppressed inflation): Trotz einer starken gesamtwirtschaftlichen Übernachfrage steigt der Preisindex der Lebenshaltung nicht, weil Preiserhöhungen den Unternehmen gesetzlich untersagt sind. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflations-Ausgleich (inflation offset): Die Forderung der Beschäftigten, bei gestiegenen Preisen ein höheres Salär für ihre erbrachte Leistung zu beziehen, um den Verlust an Kaufkraft aufzuwiegen. Bemühungen, die nach einer Inflation eingetretenen Schäden so gut wie möglich zu beheben. In Deutschland waren im Zuge der Geldentwertung nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) und dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) jahrzehntelang Gesetzgebungsorgane (legislative organs), Behörden und Gerichte aller Instanzen damit beschäftigt, die schädigenden Folgen der Inflation auf den Rechtsverkehr (legal relations) zu regeln und zu schlichten. Siehe Geldwertstabilität, Hypothekengewinnabgabe, Indexlohn, Kaufkraft-Ausgleich, Weginflationierung, Zweitrunden-Effekte. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsbekämpfung (inflation control, disinflation): Massnahmen der Zentralbank, um einer Inflation zu begegnen und die Masstabeigenschaft des Geldes zu sichern. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsbonds (indexed bonds): Um 2004 aufgekommene Bezeichnung für festverzinsliche Staatsanleihen, die an den Harmonisierter Verbraucherpreisindex im Euroraum gebunden sind. Siehe Doppelwährungsanleihe, Emission, indexierte, Inflationsrisko, Referenzwährung, Valutenklausel. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsdifferenzen (inflation differences): Im Eurogebiet Unterschiede im Verlauf des Harmonisierten Verbraucherpreis-Index (HVPI) in einzelnen Ländern. Zuzuschreiben sind diese vor allem dem unterschiedlichen Gewicht einzelner Güter (etwa: Mineralölprodukte; Anteil des selbst genutzten Wohneigentums) in den Güterkörben der einzelnen Länder, Abweichungen in der Besteuerung (vor allem der Umsatzsteuer) und Regulierung (etwa im Telekommunikationsbereich) sowie einem Wachstumsfaktor, der bewirkt, dass Teilnehmer unter dem allgemeinen Wohlstandniveau der EU in einem Aufhol-Prozess zwar kräftige Produktivitätsfortschritte erzielen, die aber in der Regel über Lohnerhöhungen mit merklichen Preissteigerungen verbunden sind (weil die Lohnerhöhungen auch den Bereich der nicht-handelbaren Güter betrifft, ohne dass es dort zu entsprechenden Produktivitätsverbesserungen kommt: Balassa-Samuelson-Effekt).

In einem Währungsraum gewinnt ein Land, das wegen schwacher Nachfrage unterdurchschnittliche Teuerungsraten ausweist, gegenüber anderen Ländern an Wettbewerbsfähigkeit. Dadurch wird im Zeitverlauf in diesem Land die Nachfrage angekurbelt, in anderen Ländern vermindert und dadurch ein Ausgleich automatisch herbeigeführt. Statistisch gesehen streuen die Inflationsdifferenzen im Euroraum in etwa gleicher Grössenordnung wie in den einzelnen Bundesstaaten der USA. Siehe Headline-Inflation, Inflation, Kerninflation, Eigenheimbesitz, Erhebung fachlicher Prognostiker. Realzinsargument, Teuerungsdruck, sektoraler, Wechselkurs-Effekt, realer.

Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2001, S. 23 ff., Monatsbericht der EZB vom April 2003, S. 29 f., Jahresbericht 2003 der EZB, S. 46 ff. (ausführliche Begründung), Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 65 ff. (tiefgehende Erörterung), Monatsbericht der EZB vom Juli 2005, S. 66 (Problem der unterschiedlichen Güterkörbe), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2006, S. 35 ff (Unterschiede erklärt; sprachlich teilweise unschön), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 38 f. (Veränderung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit innert der EWU-Staaten seit 1999), Monatsbericht der EZB vom Januar 2009, S. 41 ff. (höhere Inflationsrate bei Dienstleistungen gegenüber Waren erklärt; Übersichten), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 93 ff. (unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit einzelner EU-Mitgliedsstaaten; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationserwartungen (expectations on inflation rate): Gegenwärtige Vorstellungen über die Höhe der künftigen Geldwertverschlechterung. Messbar sind diese zum Teil am Kurs geldwertgebundener (indexierter) Anleihen im Vergleich zu Nominalzinsanleihen. In England bilden die Inflationserwartungen die wichtigste Massgrösse der Geldpolitik. Weil geldpolitische Massnahmen erst mit einiger Verzögerung auf die Preise durchschlagen, muss eine Zentralbank grundsätzlich die geldpolitischen Entscheidungen auch an der für die Zukunft erwarteten Preisentwicklung ausrichten.

Der Grad der Inflationserwartungen hängt von der Glaubwürdigkeit in die (längerfristige) preisstabilisierende Politik der Zentralbank ab. Ist dieses Vertrauen hoch, so herrscht auch die allgemeine Einsicht vor, dass etwa ölpreisbedingte Realeinkommensverluste hinzunehmen sind; die gefürchteten Zweitrunden-Effekte werden dann vermieden. Andererseits hat sich gezeigt, dass bestehende ungünstige Inflationserwartungen sich leicht verfestigen, und dass ihr Wiedereinfangen sehr langwierig sowie nur unter erheblichen gesamtwirtschaftlichen Kosten möglich ist.

Die EZB hat durch die Bekanntgabe eines Inflationsziels (auf mittlere Sicht bei zwei Prozent), durch ihr regelmässiges Bekenntnis zur Einhaltung dieses Zieles sowie durch ihre Politik des offenen Mundes einen wichtigen Beitrag zur Verfestigung der Inflationserwartungen in der Eurozone geleistet. Siehe Agrarpolitik, Codewörter, Consensus Economics, Dividende, inflationsabhängige, Dritte Säule, Erhebung fachlicher Prognostiker, Geldpolitik, vorausschauende, Glaubwürdigkeits-Paradoxon, Goldglöckchen-Wirtschaft, Greenspeak, Inflation, gefühlte, Inflations-Ausgleich, Inflation Targeting, Milchpreis, Mundell-Tobin-Effekt, Nahrungsmittel, Preisanpassungen, Realzinsargument, Swap, inflationsindexierter, Theilscher Ungleichgewichtskoeffizient, Unschärfe, konstruktive, Vorschatten-Effekte, Warenhorte, Zeitpräferenz, Zinserwartungen, Zwei-Säulen-Politik, Zweitrunden-Effekte.

Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2002, S. 18 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2002, S. 28 ff., Monatsbericht der EZB vom August 2003, S. 26 ff., Monatsbericht der EZB vom September 2003, S. 34 f., Geschäftsbericht 2003 der Deutschen Bundesbank, S. 41, Monatsbericht der EZB vom Mai 2004, S. 34 ff., Monatsbericht der EZB vom August 2004, S. 39 f., Monatsbericht der EZB vom November 2004, S. 39 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 41 ff., Monatsbericht der EZB vom Juli 2005, S. 72 f. (Gründe für unterschiedliche Wahrnehmungen), Monatsbericht der EZB vom Februar 2006, S. 44 ff. (S. 46: Break-Even-Inflationsrate: Renditeunterschied zwischen nominalen und indexierten Anleihen), Monatsbericht der EZB vom Mai 2006, S. 44 ff. (dort auch Analyse der Indikatoren für längerfristige Inflationserwartungen), Monatsbericht der EZB vom Juli 2006, S. 63 ff. (lehrbuchmässige Darstellung; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom September 2006, S. 56 f.

(S. 57: Inflationserwartungen und tatsächliche Inflation seit 1992): Monatsbericht der Deutzschen Bundesbank vom Oktober 2006, S. 15 ff. (ausführliche Darstellung mit Literaturverweisen in den Anmerkungen), Jahresbericht 2006 der EZB, S, 57 ff. (ausführliche Darlegung; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom September 2007, S. 40 ff. (Saisonmuster der Break-Even-Inflationsrate; Vergleich mit inflationsindexierten Swapsätzen), Monatsbericht der EZB vom November 2007, S. 41 ff. (Ursachen und (S. 44) Auswirkungen gestiegener Inflationserwartungen; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2007, S. 56 f. (gemessene Beziehung zwischen der gefühlten und der erwarteten Inflationsrate; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2007, S. 71 ff. (Entwicklung seit 2001; Informationsgehalt entsprechender Messgrössen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2008, S. 43 (Rolle der Erwartungen und der Glaubwürdigkeit der Zentralbank), Monatsbericht der EZB vom November 2008 (Anstieg der Renditen für inflationsgeschützten Anleihen auch bedingt durch Erwartungen bezüglich der starken Staatsausgaben in Zusammenhang mit der Finanzkrise; andere Gründe), Monatbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 38 f. (für die Planungen der Marktteilnehmer sind die längerfristigen (at medium and long term) Inflationserwartungen ausschlaggebend), Monatsbericht der EZB vom März 2010, S. 61 ff. (Vergleiche 2003-2009; Übersichten; Literaturverweise), S. 95 (Haushaltsungleichgewichte erhöhen die Inflationserwartungen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationserwartungsrate (expected inflation rate): Durch Umfragen sowie der Beobachtung bestimmter Marktdaten ermittelter Wert, der für die Zentralbankpolitik von Wichtigkeit ist. Siehe Güter, kaufhäufige, Inflation, gefühlte, Inflation Targeting, Swap, inflationsindexierter, Nullkupon-Anleihe, Realzinsargument, Wohnungsmieten, Zweitrunden-Effekte. Siehe Agrarpolitik, Break-Even-Inflationsrate, Dritte Säule, Inflation, Inflation Targeting, gefühlte, Inflationsrisko, Mundell-Tobin-Effekt, Referenzpreis.

Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2002, S. 28 ff., Monatsbericht der EZB vom August 2003, S. 27 f., Monatsbericht der EZB vom September 2003, S. 34 f., Monatsbericht der EZB vom April 2004, S. 35 ff., Monatsbericht der EZB vom August 2004, S. 39 f., Monatsbericht der EZB vom April 2005, S. 33 ff. (mit Vergleich zwischen einzelnen Ländern in Euroland), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2006, S. 16 ff. (ausführliche Darstellung mit wichtigen Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2007, S. 56 f. (gemessene Beziehung zwischen der gefühlten und der erwarteten Inflationsrate; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom November 2008, S. 61 ff. (Verlässlichkeit von Umfrageergebnissen in turbulenten Zeiten; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Mai 2009, S. 55 (Indikatoren für längerfristige Inflationserwartungen).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsgefälle (inflation differential): Bei der EZB die Unterschiede in den Teuerungsraten zwischen dem Eurogebiet und anderen wirtschaftlichen Ballungszentren, vor allem den USA. Siehe Inflationsdifferenzen, Kompositions-Effekt, Preisstreuung, Realzinsargument, Wechselkurs-Effekt, realer. Vgl. die laufenden Werte im Anhang “Statistik des Euro-Währungsgebiets”, Rubrik “Entwicklungen ausserhalb des Euro-Währungsgebiets” im jeweiligen Monatsbericht der EZB, Monatsbericht der EZB vom April 2003, S. 25 f., Jahresbericht 2003 der EZB, S. 16 f. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsmessung (measurement of inflation): Die EZB misst den Anstieg der Preise mit Hilfe eines Laspeyres-Preisindex. Dabei wird ein bestimmter Güterkorb mit festgelegten Mengen eines Basisjahres zugrunde gelegt. Die Preise dieses Basisjahres werden dann mit den jetzigen Preisen verglichen. Ein Anstieg des Preisindex bedeutet, dass dieser Güterkorb teurer geworden ist: der Käufer muss also mehr Geld ausgeben, um die Waren und Dienstleistungen dieser Menge zu kaufen. Siehe Beschaffungs-Umschichtungen, Kompositions-Effekt, Produktneuheiten, Qualitätsänderungen, Wohnraum, selbstgenutzter. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Dezember 2006, S. 57 ff. (Berechnung des Preisanstiegs [S. 60 untergliedert auch nach Sektoren] anhand der ermittelten Daten aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung; Problemaufriss, Übersichten), Monatsbericht der EZB vom November 2009, S. 50 ff. (Steuern und Inflation). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsprognose (inflation forecast): Bei der EZB ein bestimmtes System der vorausschauenden Abschätzung möglicher Preissteigerungsfaktoren. Siehe Basislinie, Erhebung fachlicher Prognostiker, Geldpolitik, vorausschauende, Gleichgewichtsmodelle, dynamisch-stochastische, Inflationsrate, erwartete, Prognoseproblem, geldpolitisches, Wirtschaftsindikatoren, wichtige, Weginflationierung, Zwei-Säulen-Prinzip. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Dezember 2000, S. 54,Monatsbericht der EZB vom Mai 2001, S. 54 f. (Modellbeschreibung) und S. 63 (Beurteilung), Monatsbericht der EZB vom April 2003, S. 68 f., Monatsbericht der EZB vom September 2003, S. 34 f., Monatsbericht der EZB vom Januar 2006, S. 36 ff. (Untersuchungen der Prognosegüte), Monatsbericht der EZB vom Juni 2006, S. 24 ff. (Prognosen aus monetären Grössen), Monatsbericht der EZB vom November 2006, S. 93 f. (Prognosefehler bei Vorausschätzung der Liquidität), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2007, S: 28 f. (Grundsätzliches zu den Unsicherheiten bei der Vorausschätzung), Monatsbericht der EZB vom April 2010, S. 67 ff. (Grundsatzartikel; viele Übersichten und Literaturverweise), Monatsbericht der EZB vom November 2010, S. 98 ff. (Geldmengenwachstum und Inflation; Übersicht; Litersturhinweis). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsrate (inflation rate): Der Zuwachs an Geldwertverschlechterung (als erste Abteilung der Bewegung in der Zeit) innert eines bestimmten Zeitraums. Siehe Break-Even-Inflationsrate, Inflation, Inflationsrisko. Vgl. Monatsbericht der EZB vom März 2009, S. 13 (Inflationsrate in verschiedenen Staaten 2000–2008), Monatsbericht der EZB vom September 2009, S. 60 ff. (Zusammenhang zwischen Konjunkturphase und Inflationsrate; Übersichten; Literaturverweise), Jahresbericht 2009 der EZB, S. 95 (Inflationsrate in den EU-Staaten, die nicht Mitglied der Währungsunion sind). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsrate, erwartete (expected inflation rate): Die von den Wirtschaftssubjekten bei ihren Vorausplanungen eingerechnete Geldwertminderung. Siehe Consensus Economics, Erhebung fachlicher Prognostiker, Konjunkturdiagnose, Konjunkturstatistik, Stimmungs-Indikatoren, Wirtschaftsindikatoren, wichtige. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2010, S. 113 (rückschauend aus der Zeit 1965 bis 1985 zeigt sich, dass Vertrauen in die Politik der Zentralbank die Inflationserwartungen und damit auch die Inflation dämpft). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflations-Steuer (tax by inflation): Die Tatsache, dass die Geldentwertung gleichsam wie eine Steuer wirkt, aber im Geheimen, unter der Hand; denn bei einer Steuer ist deren Höhe und Fälligkeit bekannt, und sie wird auch in demokratisch verfassten Staaten im parlamentarischen Entscheidungsprozess von Volksvertretern beschlossen; stark umverteilend; denn die unteren Einkommensgruppen sind besonders hart betroffen. Bezieher höherer Einkünfte können zumindest Teile ihres Geldes in wertstabile Anlagen (entsprechende Finanzprodukte im Inland und Ausland, Edelmetalle, Immobilien, Kunst) im Inland und Ausland umwandeln. Siehe Dividende, inflationsabhängige, Geld, ethisches, Geldeingentumsrecht, Steuerverzerrungs-Effekt, Valorisationsklage, Weginflationierung, Zwangssparen. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflations-Swap (inflation swap): Andere Bezeichnung für Swap, inflationsindexierter. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsbonds (inflation bonds): Anleihen mit einem durch die Laufzeit gesicherten Realzins. Siehe Emission, indexierte, Inflationsrisiko. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflations-Krise (inflation crisis): Die Inflation in einem Land bzw. Währungsgebiet steigt für mindestens zwei Jahre über 40 Prozent und geht anschliessend wieder unter diese Marke zurück. Siehe Inflation-Wachstum-Beziehung. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2008, S. 88 (Erkenntnisse aus Inflations-Krisen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsrisko (inflation risk): Die Gefahr, dass ein Anleger infolge gestiegener Preise einen Teil seines eingesetzten Kapitals und schlimmstenfalls dieses ganz verliert (the risk that the investor will recover his investment with a depreciated currency: that he will receive a return below the inflation rate). Siehe Geldwert, Hyperinflation, Inflation, Inflationsbonds. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation Targeting (so auch im Deutschen gesagt; target = hier: that which is made an object of attention and/or observation): Die Zentralbank legt eine höchstens hinnehmbare Inflationsrate fest, wie bei der EZB mittelfristig von knapp unter zwei Prozent. Ihr geldpolitischer Kurs bestimmt sich im Grundsatz aus den Abweichungen zwischen der angestrebten Inflationsrate und der Inflationserwartungsrate. Sieht die Zentralbank eine Gefährdung ihres Inflationsziels, dann ergreift sie Massnahmen, um den Geldumlauf einzuschränken. Der Nachteil hierbei ist, dass spekulative Übertreibungen auf Vermögensmärkten (Aktien, Anleihen, Immobilien) ausser Betracht bleiben. Die EZB bezieht solche spekulative Blasen aber im Rahmen ihres Zwei-Säulen-Prinzips ein. Siehe Ausrichtung, einzielige, Preissteuerung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2010, S. 30 ff. (ausführliche Darstellung; Übersichten, Literaturverweise). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflationsursachen (causes of inflation): Einflüsse, die dazu führen, dass sich der Geldwert mindert. Siehe Cost-Push-Inflation, Deflation, digitale, Demand-Pull-Inflation, Demand-Shift-Inflation, Geldwert, Kaufkraft. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Januar 2004, S. 32 ff. (Einfluss indirekter Steuern und behördlich festgelegter Preise auf die Geldwertänderung), Monatsbericht der EZB vom November 2009, S. 50 ff. (Steuern und Inflation), Monatsbericht der EZB vom Mai 2010, S. 111 ff. (Ursachen eines Inflationsschubs rückschauend aus der Zeit 1965 bis 1985; viele Übersichten und Literaturverweise). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Inflation-Wachstum-Beziehung (inflation-growth relation): Gemäss einer Faustregel bremst heutzutage eine Inflationsrate von zehn Prozent das Wachstum einer entwickelten Volkswirtschaft um ein halbes Prozent. Siehe Opferverhältniszahl. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2008, S. 79 ff. (ausführliche Darstellung; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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