Tücken in der Wohngebäudeversicherung

Versicherungsrechtlich hat jeder Versicherte die Pflicht, einen Schaden sofort nach seinem Eintritt dem Versicherer zu melden. Erst dann kann ein Anspruch auf Leistungen geltend gemacht werden. Was verständlich und nachvollziehbar klingt, hat jedoch auch seine Tücken, wie ein Versicherter unlängst erfahren musste.

Versicherungslücke bei nicht genau datierbaren Schäden
Um Kosten zu sparen, schloss ein Versicherter nach mehreren Jahren eine neue Wohngebäudeversicherung ab, ohne dabei einen schlechteren Versicherungsschutz in Kauf nehmen zu müssen. Ein gelungener Schachzug, sollte man meinen. Doch über ein Jahr nach dem Versicherungswechsel löste sich das Wohlgefallen im Zuge eines Leitungswasserschadens ins Gegenteil auf: Der neue Versicherer, an welchen sich der Versicherte wendete, war nicht bereit, in Zahlung zu gehen. Das Leck sei über die Zeit größer geworden und könne somit schon bestanden haben, als noch der alte Versicherer für den Versicherten verantwortlich war. Nachdem er nun auch dem alten Versicherer den Schaden meldete, bekam er eine verdächtig ähnliche Antwort zu hören: Denkbar sei es gut und gerne, dass der Leckschaden sich im Verlauf des letzten Jahres ereignet habe, womit er im Verantwortungsbereich des neuen Versicherers liege.

Urteil des OLG Celle
Der Fall ging vor Gericht – mit einem überraschenden Ergebnis. Am 10. Mai 2012 beschloss das Oberlandesgericht in Celle, dass keiner der beiden Versicherer verpflichtet ist, für den Schaden aufzukommen. Es liege, wie oben bereits erwähnt, beim Versicherten, einen Schaden unmittelbar nach seinem Eintreten anzuzeigen. Dass der Versicherte hier allerdings gar keine Chance hatte, das anfangs kleine Loch zu entdecken, zumal die Leitung durch die Wand verlief, fand vor Gericht keinerlei Berücksichtigung. Was die Sache entschied, war einzig und allein die Beweispflicht des Versicherten, die er nicht erbringen konnte. Obwohl er also über Jahrzehnte ununterbrochen versichert war und Beiträge zahlte, blieb er im Schadenfall auf den Kosten sitzen.

Suche nach Lösungsansätzen
Genau diese Tatsache gibt dem Urteil einen nahezu unmoralischen Charakter. Der Ruf nach Lösungsansätzen dürfte nunmehr anschwellen, damit in Zukunft solcherlei Versicherungslücken nicht mehr zu Lasten der Versicherten wegdiskutiert werden. Im Bereich des Möglichen liegen etwa ergänzende Vertragsklauseln, die festlegen, dass der neue Versicherer auch bisher nicht bekannte Schäden übernimmt. Ebenso wäre auch eine Nachhaftung des Versicherers denkbar.

Für den vorliegenden Fall wäre es jedoch das richtige Signal gewesen, wenn beide Versicherer für den Schaden zu gleichen Teilen aufgekommen wären. Die Schnittker Versicherungsmakler GmbH hat auf Ihrer Webseite ausführlich die Problematik erläutert und die verschiedensten Versicherer um Stellungsnahme gebeten.

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