Gold über ETFs handeln

Gold klar gezeigt, was noch in ihm stecken könnte. Das bisherige Rekordhoch von knapp über 1.900 US-Dollar wäre ein mögliches Kursziel, das charttechnsiche Nahziel liegt bei 1.700 USD. Aber je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, könnte sogar diese alte Bestmarke nur eine Etappe auf dem Weg zu noch höheren Notierungen sein. Da lohnt es sich, genau hinzusehen, bei günstigen Gelegenheiten einzusteigen.

Physisch oder als ETF?


Goldbarren zu kaufen oder Goldmünzen wie die Krügerrand-Münzen, das wäre durchaus eine Option. Aber dann gilt es, dieses Gold sicher zu verwahren. Zudem ist es aufwändiger, physisches Gold zu kaufen und zu verkaufen, als dieses in anderer Form zu handeln. Gold im Hause zu lagern, dabei haben viele Anleger ein unsicheres Gefühl.

Doch wie handelt man Gold als normaler Anleger am einfachsten? Zum einen geht es leicht, günstig und schnell über Derivate, d.h. als Optionen, Futures, Optionsscheine und Zertifikate auf Gold. Oft sind diese Produkte mit einem Hebel ausgestattet, der aber naturgemäß in beide Richtungen laufen kann. Diesbezüglich ist Vorsicht geboten und sollte nur von erfahreneren Anlegern – und selbst dann umsichtig genutzt werden. Zudem sollte auf den Zeitwertverlust geachtet werden, auch bei endlos laufenden Derivaten?

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ETFs bieten sehr gute Möglichkeiten, in Gold zu investieren
ETFs „Exchange Traded Funds“ sind bei Investments im Rohstoffbereich eine gute Alternative! Diese ETFs gibt es zwar auch mit Hebel, aber eben auch ohne, womit man dem Goldpreis fast 1:1 handeln kann – und das ohne Zeitwertverlust. Im Bereich der Rohstoffe heißen die ETFs eigentlich „ETC“, „Exchange Traded Commodities“. Sie sind teilweise geringfügig anders aufgebaut, haben aber dieselben, entscheidenden Eigenschaften.

ETCs sind zeitlich unbefristete Schuldverschreibungen des Emittenten, die hinterlegt sind, indem die Emittenten das Anlagevolumen mit physischem Gold besichern. ETCs sind an den Börsen jederzeit handelbar. Das Handelsvolumen ist in der Regel hoch, sodass immer eine faire Kursstellung gewährleistet ist. Da ein Gold-ETC unmittelbar an der Entwicklung des Goldpreises gebunden ist, könnte man meinen, dass es egal wäre, für welchen Gold-ETC man sich entscheidet. Aber so ganz egal ist das nicht!

Gold-ETFs und der Währungsaspekt
Gold wird, wie alle Rohstoffe in US-Dollar gehandelt. Für Anleger in der Eurozone sind damit zwei Dinge wichtig, wenn es um die Wertentwicklung eines Gold-ETFs (ETCs) geht. Zum einen ist natürlich der Goldpreis selbst ausschlaggebend, zum anderen spielt aber auch die Veränderung im Wert des US-Dollars zum Euro eine ganz wesentliche Rolle. In Euro gerechnet lag der Gewinn bei einem Gold-Investment in den letzten Jahren sehr deutlich höher. Der Grund ist einfach: Der Euro hat in den letzten Jahren unter dem Strich an Wert zum US-Dollar verloren. Der US-Dollar hat also an Wert zugelegt und dem europäischen Gold-Investor einen zusätzlichen Gewinn eingebracht.

Für einen US-Anleger, bleibt ein US-Dollar immer ein US-Dollar. Anders aber, wenn die eigene Währung der Euro war. Der US-Dollar wurde in den letzten Jahren immer teurer und führte dazu, dass ein Investor im Euro-Raum in dieser Zeit deutlich mehr Gewinn mit Gold machte, als ein US-Anleger. Anleger können die Dollar-Dominanz also durchaus für sich nutzen! Der Währungsaspekt kann also eine ganz wesentliche Rolle spielen. Sich gegen Währungsschwankungen abzusichern, muss aber nicht immer eine gute Idee sein!

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Währungsgesicherte Gold ETFs
In den letzten Jahren hätten Anleger mit einem Gold-ETF, der sie gegen die Schwankungen des US-Dollars zum Euro schützt, Verluste eingefahren. Denn ein währungsgesicherter ETF, hat schlechter performt, als ein in US-Dollar laufender Gold-ETF. Das liegt daran, dass zur Währungsabsicherung ein permanentes „Hedging“ gegen Währungsschwankungen über den Terminmarkt erfolgen muss. Und das kostet Geld und damit Performance, ob die Absicherung nun sinnvoll gewesen wäre oder nicht. Aber was, wenn sich der Spieß umdreht, wenn der US-Dollar an Wert zum Euro verliert, die Euro/US-Dollar-Relation also steigt?

Dann wäre man mit einem solchen währungsgesicherten ETF ideal beraten. Solche ETFs sollte man daher im Hinterkopf behalten. Sie werden zum Favoriten, sobald der Euro/US-Dollar in einen nachhaltigen Aufwärtstrend übergehen sollte. Dabei ist in der Regel zu berücksichtigen, dass eine wesentliche Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem USD besteht. D.h. ein fallender Dollar hat üblicherweise einen steigenden Goldpreis zur Folge, was aber aktuell und zuletzt nicht mehr der Fall war.

Demzufolge hat Gold in der EUR-Währung in den letzten Tagen wieder ein neues Allzeithoch erreicht, nicht zuletzt – weil der USD auch eine Art Krisenwährung ist. Denn zurzeit flüchten Investoren neben US-Staatsanleihen auch in den sicheren Hafen Dollar, wie es Anleger in Krisenzeiten üblicherweise tun. In den USA droht zudem das größte Gelddrucken aller Zeiten, was wohl bezogen auf die weitere Entwicklung des Goldpreises viel wichtiger sein dürfte.

Fazit Gold ETF Investment
Ein ETF (ETC) auf Gold ist für einen privaten Investor die beste Möglichkeit, unmittelbar an einem Trend bei Gold teilzuhaben, ohne gleich mit einem Hebel und damit zusätzlich spekulativ zu agieren. Die ETFs bilden die Entwicklung des Goldpreises sehr präzise ab, die Gebühren sind günstig, die Handelbarkeit jederzeit gewährleistet. Für die breite Masse der Anleger dürfte ein Gold-ETC eine sinnvolle Lösung sein.

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Bild von Gunther Werner auf Pixabay

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