Inflation – Profiteure und Verlierer

Es gibt durchaus Profiteure einer Inflation, leider ist das in den wenigsten Fällen die breite Masse. Denn die Inflation nützt in erster Linie den Schuldnern, nicht umsonst haben die meisten Regierungen das Ziel einer 2-prozentigen Infaltion ausgegeben. Denn so können sich Regierungen optimal entschulden, da der reale Wert von Forderungen schrumpft. Der größte Profiteur ist also wieder einmal der Staat, denn die Schulden reduzieren sich deutlich, wenn der Zins, zu dem er sich Geld geliehen hat, niedriger ist, als die Inflationsrate.

Verlierer ist die Mittelschicht


Die größten Verlierer sind die Konsummenten der Mittelschicht, denn die Inflation trifft immer die breite Masse. Denn die breite Masse ist nicht auf Preissteigerungen vorbereitet – und beschäftigt sich auch nicht mit der Thematik. Professionelle Anleger sind dagegen schlauer und haben ihr Geld frühzeitig in Sicherheit gebracht, oder inflationsgeschützt angelegt. Denn die Inflation schwächt die Kaufkraft und frisst dann auch noch das niedrig verzinste Ersparte auf. Letztendlich bedient sich der Staat dann wieder einmal bei den Privatververmögen.

Entschuldung geht nur über Inflation
Eine Möglichkeit der Entschuldung ist Inflation, das wird von vielen Ökonomen ganz offen ausgesprochen. Diese Variante der Entschuldung findet vor allem in den USA viele Anhänger, denn die Amerikaner haben weniger Probleme mit einer höheren Inflation. Bereits in der Vergangenheit sind die USA so viele Schulden losgeworden.

Notenbanken kaufen seit Jahren massenhaft Staatsanleihen, sind sie demuzufolge als Gläubiger der Staaten selbst betroffen. Die Schulden werden durch Inflation vom Staat auf die Notenbanken verlagert. Wenn dies so weitergeht, wird z. B. die EZB der größte Gläubiger der Staaten sein. Historisch ist es übrigens fast nie gelungen, eine ausufernde Staatsverschuldung ohne Inflation in den Griff zu bekommen. Die Gefahr einer Hyperinflation wie zwischen 1914-1923 besteht allerdings kaum, denn Möglichkeiten der Zentralbanken, Liquidität vom Markt zu nehmen, sind viel größer und ausgefeilter als früher. Letztendlich bleibt Deutschland als letzte Option immer noch die Wiedereinführung der D-Mark, was aber zunächst wieder deutliche Verluste der breiten Bevölkerung bedeuten würde. Inflation kommt nicht mit einem großen Knall daher, viele Anleger bewerken wahrscheinlich gar nicht, dass ihr Geld weniger wird.

Was können Anleger tun?
Aktien, Gold – vor allem Tresorgold ausserhalb der EU – und Immobilien sind eine gute Möglichkeit der Inflation entgegenzusteuern. Allerdings ist auch nicht auszuschliessen, dass der Gesetzgeber auf diese Produkte Sondersteuern einführt – siehe die von Finanzminister Scholz geplante Aktiensteuer. Auch Zwangshypotheken im Grundbuch sind möglich, wie zum Beispiel nach dem zweiten Weltkrieg. Eine weitere Alternative sind Anlagen in anderen Währungen, das könnte aber wiederum durch Kapitalverkehrskontrollen verhindert werden. Die Entschuldung über Inflation dürfte von der EZB bereits intern beschlossen sein.

Ebenso sind viele weitere Maßnahmen von der EZB bereits vorbereitet worden, oder sind in Vorbereitung wie – Aktiensteuer, Reduzierung der Bargeldobergrenze für den Goldkauf, oder die immer wieder aufkommemden Gerüchte zum Bargeldverbot. Letzteres wird im übrigen kommen, nur nicht in den nächsten 2-3 Jahren – sondern etwas später. Darüberhinaus gibt es Planungen und Ausarbeitungen der EZB, bei denen sich einem der Magen umdreht. Wie Großbritannien die EU verlässt, war sicher chaotisch, ist nachvollziehbar. Dass die Wirtschaft dort zukünftig zusammenbricht, gehört ins Reich der Fabel – das wird definitiv nicht der Fall sein. Norwegen und die Schweiz wissen schon, was sie tun.

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