Unternehmensbeteiligung – Unternehmens-Crowdinvesting

Welche Arten der Unternehmensbeteiligung gibt es?
Um sich an einem Unternehmen zu beteiligen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei fast allen Beteiligungen erfolgt eine Einzahlung in das Eigenkapital des Unternehmens und damit wird der Anleger Gesellschafter oder Aktionär. Nicht dazu gehören Fremdkapitalgeber, diese haben lediglich Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung des gewährten Darlehens, Kredites oder Anleihe.

Übersicht von Unternehmensbeteiligungen

  • Aktien
  • vorbörsliche Aktien
  • Fonds
  • GmbH-Anteile
  • partiarisches Darlehen
  • stille Beteiligungen
  • Tokens

Börsengehandelte Unternehmen können in Deutschland entweder die Rechtsform einer Aktiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft auf Aktien annehmen. Bei einem Börsengang oder einer Kapitalerhöhung werden die Börsen genutzt um an Kapital zu gelangen, dies erfolgt indem ein Teil des Eigenkapitals verkauft wird.

Investoren haben die Möglichkeit Aktien zu erwerben um sich an diesen Unternehmen zu beteiligen. Für den Erwerb von Aktien wird ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker benötigt. Sowohl Bank als auch Broker erheben in der Regel Depoteröffnungsgebühren sowie Transaktionsgebühren bei jeder Umschichtung des Portfolios.

Es gibt verschiedene Formen von Aktien z.B. Namensaktien, deren Inhaber werden mit personenbezogenen Daten in das Aktienregister eingeschrieben oder Inhaberaktien, diese Wertpapiere stellen einen verbrieften Bruchteil des Grundkapitals der Gesellschaft dar. Das Risiko von Aktien-Investments variiert stark. Grundsätzlich ist bei einer Investition in Aktien – theoretisch – der Totalverlust möglich, etwa im Falle einer Insolvenz des Unternehmens oder einem Börsencrash. Allerdings sind die meisten börsengehandelten Unternehmen bereits etabliert, was in vielen Fällen eine unerwartete Insolvenz unwahrscheinlich macht.

Vorbörsliche AktienVorbörsliche AktienNeben dem klassischen Börsenhandel besteht auch die Option, sich vorbörslich an Aktiengesellschaften zu beteiligen. Dies ist möglich, wenn ein Unternehmen in naher Zukunft einen Börsengang plant und für die Übergangsphase eine Finanzierung benötigt. Investoren können sich mit Wagniskapital an einem vielversprechenden Unternehmen so beteiligen und ihr Investment bis zum Börsengang zu vervielfachen.

Auch die vorbörslichen Aktien sind mit einer Wertpapierkennnummer (WKN) und einer Internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) ausgestattet und prinzipiell auf diversen Marktplätzen außerbörslich handelbar. Am regulären Börsenhandel nehmen diese Wertpapiere jedoch erst teil, wenn das Unternehmen den Börsengang absolviert hat.

Fonds
Bei Investitionen in Fonds handelt es sich immer um eine indirekte Unternehmensbeteiligung. Der Anleger investiert selbst nicht in das Unternehmen sondern in den Fonds. Er profitiert indirekt vom Unternehmenserfolg, da bei Erfolg auch der Fonds eine bessere Performance aufweist und die Ausschüttungen höher ausfallen. Zudem erhält der Fondsmanager stellvertretend für seine Anleger ein Mitspracherecht auf der Aktionärsversammlung, wenn der Fonds Stammaktien der Gesellschaft hält.

Bei Fonds wird zwischen offenen Fonds und geschlossenen Fonds unterschieden. Anteile an geschlossenen Fonds können innerhalb einer festen Zeichnungsfrist erworben werden, darüber hinaus besitzen sie eine festgelegte Anlagedauer. Anteile an offenen Fonds können jederzeit erworben und auch verkauft werden.

Zudem wird noch zwischen aktiv gemanagten Fonds und passiv gemanagten Fonds unterschieden. Bei aktiv gemanagten Fonds verantwortet ein professioneller Fondsmanager die Gelder der Anleger und versucht permanent mit Investitionen gute Renditen zu erzielen. Passiv gemanagte Fonds bilden computergesteuert 1:1 bekannte Indizes wie den DAX oder DOW Jones ab. Diese börsengehandelten Indexfonds (Englisch: Exchange Traded Funds, ETF) investieren in die dort vertretenen Unternehmen.

GmbH-Anteile
Mit dem Erwerb von GmbH-Anteilen wird der Anleger zum Gesellschafter des Unternehmens. Der Erwerb von GmbH-Anteilen bedarf einer notariellen Beurkundung. Je nach Art des GmbH-Anteils erfolgt zudem ein Eintrag des Gesellschafters ins Handelsregister.

Partiarisches Darlehen – Beteiligungsdarlehen mit Gewinnbeteiligung
Ein partiarisches Darlehen wird zur Finanzierung eines Unternehmens genutzt. Der Darlehensgeber erhält eine gewinnabhängige Beteiligung am Erfolg des Unternehmens. Diese Beteiligungsform ist langfristig und läuft in der Regel über mehrere Jahre.

Aufgrund bestehender Regulierung zum Investorenschutz (Kleinanlegerschutzgesetz) sind Investitionen in Startups und Wachstumsunternehmen über Online-Plattformen auf das partiarische Darlehen beschränkt. Anleger werden bei dieser Beteiligungsform nicht zu Gesellschaftern, allerdings gibt es Verträge in denen die Rechtsstellung der eines Miteigentümers sehr ähnlich ist.

Stille BeteiligungStille Beteiligungen
Bei einer stillen Beteiligung hat der Anteilseigner kein Mitspracherecht am Unternehmen. Der Gesellschafter wird weder im Handelsregister eingetragen noch in den Jahresabschlüssen vermerkt werden. Er ist somit von außen nicht zu erkennen.

Für stille Beteiligungen wird noch nach typischen und atypischen unterschieden. Bei der typischen stillen Beteiligung wird der Anteilseigner direkt am Gewinn beteiligt. Er kann aber auch für Verluste in Höhe seiner Einlage haftbar gemacht werden, allerdings wird dies häufig vertraglich ausgeschlossen. Der stille Gesellschafter ist nicht am Vermögen des Unternehmens beteiligt.
Bei der atypischen stillen Beteiligung ist der Anteilseigner nicht nur am Gewinn und Verlust, sondern auch am Vermögen der Gesellschaft beteiligt, einschließlich der stillen Reserven und ggf. des Geschäftswerts. Der atypische Gesellschafter gilt nicht nur als Anteilseigner sondern auch als Mitunternehmer.

Tokens
Der Großteil der kapitalsuchenden Unternehmen sind Startups aus dem Blockchain- oder Krypto-Markt. Über Initial Coin Offerings, kurz mit ICO bezeichnet, erhalten Anleger einen virtuellen Gegenwert in Form von Token für ihr eingezahltes Kapital.

Tokens sind digitale Coupons, wobei die Ausprägung je nach ICO variieren kann. Häufig werden Token als Währung für ein zu finanzierendes Projekt verwendet. Der Gegenwert für Token können auch Dienstleistungen oder das Anrecht auf ein Produkt sein, dass noch entwickelt werden soll. Wenn Kryptowährungen auch Intrinisic Token oder Native Token genannt eine eigene Plattform nutzen, werden sie als Coin bezeichnet.

Coins werden als Zahlungsmittel eingesetzt
Token werden eingesetzt, um Bezugsrecht einzuräumen. Hier wird unterschieden in Utility Token und Security Token. Der Security Token räumt dem Anleger in der Regel Rechte ein, die einer Anlage in Unternehmensanteile z.B. Aktien ähneln. Der Utility Token bietet eine Art Gutschein für Bezugsrechte für Dienstleistungen oder Produkte innerhalb eines Projektes.

Gesetzlicher Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 VermAnlG:
Der Erwerb der hier angebotenen Vermögensanlagen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

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